Ein Freund erkannte etwas Amüsantes und gleichzeitig Erleuchtendes. Er wurde zu einem Menschen, der leichter vergeben kann, als er verstand, dass er sich schon oft selbst freigesprochen hatte. Er war nur allzu bereit gewesen, sich selbst kleine und große Missetaten zu vergeben. Jedoch vergab er anderen Menschen bereits kleine Fehler nicht und hegte ihnen ablehnend Groll gegenüber.
Er erkannte aber, wie riesig sein Ego war. Es war so, als ob er allein in der Welt das Recht hätte, Fehler zu machen und zu vergeben, während der Rest der Welt ihm nicht den geringsten Irrtum antun durfte.
Ein vergebender Mensch zu sein ist Teil der Praxis auf dem Weg zur Erleuchtung. Vergebung befreit von Schmerz und Schuld. Sie löst die Knoten des angespannten negativen Karmas und hindert kranke Samen daran, als Hass heranzuwachsen. Nicht zu verzeihen nährt das Empfinden von Hass - der eines der drei Gifte ist, die uns durch Samsaras Teufelskreis wirbeln lassen.
Vergebung meint jedoch nicht, dass wir zulassen, dass uns die gleiche falsche Sache wiederholt angetan wird. Wir sollten erkennen, dass uns aufgrund unseres negativen Karmas geschadet wird - und wir sollten versuchen, den Menschen zu meiden, der uns etwas angetan hat, damit er nicht noch mehr Schaden anrichtet. Denn dies würde zu weiterem negativen Karma für ihn führen.
Auch indem wir selbstgefällig und egoistisch wären, würden wir weiteres negatives Karma schaffen.
Erinnere dich! - Im Wort 'Vergebung' steckt 'geben'.
Vergebung ist ein Geschenk der Beruhigung -
und lässt die Herzen und den Geist beider Seiten ruhig werden,
ein kostenloses und freies Geschenk des Friedens.
