In einem Zeitungsartikel steht halb spaßhaft geschrieben: "Wenn alles andere misslingt, um Singles zum Heiraten und Kinderbekommen zu bewegen, ist der beste Weg vielleicht der, ihnen die Einsamkeit einzutrichtern, die durch Single-Sein und Kinderlosigkeit entsteht."
Doch würde dies tatsächlich funktionieren?
Ich bin Karrierefrau und Single. Fürchte ich demnach einsame Lebensabende? Muss ich mir Sorgen machen, dass ich verzweifelt und einsam sterben könnte? Ehrlich gesagt, tat ich dies bis zu dem Zeitpunkt als ich endlich verstand, was mich mein höchster Lehrer (der Buddha) mitfühlend und gewissenhaft lehrte: Dass das Leben stets unsicher ist, vergleichbar mit einer Seifenblase, die jeden Moment zerplatzen könnte. Und das Platzen dieser Seifenblase kann ich weder aufhalten noch verhindern. Auch bin ich nicht fähig, meine Geliebten mit in mein nächstes Leben zu nehmen, seien es mein Ehegatte oder meine Kinder. Was kann mir im Hier und Jetzt garantieren, dass ich mit jemandem an meiner Seite glücklich sterben werde? Und müssen es überhaupt Ehemann und Kinder sein?
Falls es der Gesellschaft gelingen würde, mir solch eine Angst einzuflößen, würde mich dies tatsächlich dazu bewegen, gleich morgen zu heiraten? Können Herzensangelegenheiten jemals erzwungen werden?
Für die Gesellschaft wäre es erbärmlich, besonders für Frauen, diesen negativen Intentionen zu erliegen. Das Leben ist Leid genug und man sollte zusätzliche Angstfaktoren unterlassen. Niemand sollte einem anderen das Denken über Einsamkeit oder Glück vorschreiben. Jeder bestimmt für sich selbst.
Was bedeutet Unsicherheit im Leben?
Meine kurze Lebensspanne sollte das beinhalten, was mir wichtig ist. Meine Achtsamkeit inspiriert mich kontinuierlich dazu, alles und jeden im Leben im Hier und Jetzt zu schätzen. Es ist absolut überflüssig, über die unbekannte Zukunft zu spekulieren, wenn ich nicht einmal weiß, ob ich den morgigen Tag noch erleben werde. Die raue Realität ist, dass ich mir nicht einmal diesem jetzigen Moment sicher sein kann, da er mir laufend entgleitet.
Würde ich mich am Ende mit einer Familie glücklicher und sicherer fühlen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht... Doch indem ich das schätze, was ich jetzt gerade habe und mich mehr auf die Freude anderer Menschen konzentriere, bin ich mir sicher, dass ich nichts zu fürchten brauche.
Dieser Tag ist ein besonderer Tag.
Er ist deiner.
Gestern ist Vergangenheit,
nicht mit zusätzlichen Erinnerungen befüllbar.
Und über Morgen wissen wir nichts.
Doch dieser heutige Tag gehört dir.
Heute kannst du jemanden glücklich machen.
Heute kannst du jemandem helfen.
Dieser Tag ist ein besonderer Tag.
Er ist deiner.
- Gedicht aus alter Zeit
