Oft denken wir, dass der Begriff 'Aufgeschlossenheit' eine offene Geisteshaltung meint, mit der wir eine Gegebenheit als wahr erachten können, trotzdem sie zweifelhaft erscheint. Das ist aber nur die halbe Wahrheit; aufgeschlossen zu sein bedeutet auch, es für möglich zu halten, dass etwas Zweifelhaftes falsch sein kann.
Tatsächlich neigen wir dazu, das zu glauben, was wir glauben wollen. Und solange wir irgendetwas für Wahrheit halten, können wir niemals die reine Wahrheit erkennen.
Du trägst beispielsweise den Glauben in dir, deine Ex-Freundin hat dich verlassen, weil du zu gut für sie warst. Doch dies ist nur ein Glaube. Die Wahrheit könnte sein, dass du tatsächlich nicht gut genug für sie warst. Und da es dich verletzen würde, sie zu fragen und eine verletzende Antwort zu erhalten, wirst du niemals die Wahrheit kennen. Auch ist es übrigens nur eine Annahme, dass du dich verletzt fühlen wirst - eine Annahme, dass die Wahrheit dich nicht befreien wird, wobei dich der falsche Glaube von der Realität trennt.
Wenn wir davon sprechen, die spirituelle Wahrheit zu suchen, geht es nicht um ein ungenaues mystisches Konzept, das alles in der Welt erklären könnte. Es geht stattdessen um die Entdeckung, wie die Realität im täglichen Leben betrachtet wird. Sodass man in einem größer werdenden Licht der Klarheit leben kann und näher an den Boden der Wirklichkeit gelangt, auf nicht-mystische Art und Weise.
Der Tag, an dem wir der Realität so nahe kommen, dass wir im Hier und Jetzt verankert sind, ist der besondere Tag, an dem wir erwachen und alle Wahrheiten erkennen werden, die schon jetzt nackt vor uns liegen!
Ein anderer Name hierfür ist: "Die Wahrheit".
